Ruinen – Tote Gebäude, lebendige Geschichten

Ruinen, insbesondere wenn sie noch Gebrauchsgegenstände enthalten, legen beredt Zeugnis von vergangenen Lebensformen ab. In Portugal werden Ruinen erst dann abgerissen, wenn an der Stelle etwas Neues entstehen soll. So findet man über das ganze Land verteilt verlassene Gehöfte, Dörfer und gewerbliche Ruinen. Auf dem Land gibt es viele Ruinen, in denen sich noch Gebrauchsgegenstände finden. In einem Dorf lagen in den verfallenen Hütten sogar noch Strohsäcke in den Schlafräumen. Auch die Wassermühlen enthalten oft noch Teile des ehemals funktionierenden Innenlebens.

Die Ruinen sind als Fotoobjekte interessant; oft eingewachsen oder umgeben von verwilderten, ausufernden ehemaligen Kulturpflanzen. So entfaltet der Zerfall eine besondere Schönheit.

 

Häuser-Fassaden

Portugiesen verzieren gern ihre Häuser. Besonders schön sind ältere und alte Häuser. Oft ist die gesamte Fassade mit Kacheln, den Azulejos bedeckt, oder es gibt bemalte Putzreliefs. Selbst die alten Ruinen der ärmlichen Dörfer in der Serra haben Verzierungen. Das gleiche gilt bei älteren Gebäuden auch für die Haustüren.

Serra da Estrela

Die Serra da Estrela (Sternen-Gebirge) ist ein 300 Millionen Jahre altes Granitgebirge und gehört zum iberischen Scheidegebirge. Der höchste Gipfel, der Torre  ist mit 1993m der höchste Berg in Portugal und im Winter liegt dort oben so viel Schnee, dass es Portugals einziges Skigebiet ist.

Wir sind im Juni dort gewesen und haben noch eine winzige Fläche mit Schnee vorgefunden. Weiß ist dort nicht nur der Schnee, sondern im Juni auch der weiße Ginster, der dort weit verbreitet ist.

Auf dem Weg in das gebirge hinein sind wir an einer Hotelruine vorbeigekommen. Es war sehr spannend durch die weiten Räumlichkeiten des ehemals mondänen Hotels zu streifen.

Die Serra da Estrela ist ein Parque Natural und damit nicht unbeschränkt offroadig zu durch fahren. Zum Wandern in der grandiosen Landschaft hat man aber viele Möglichkeiten. Die wenigen dort waren ganz entschieden eine zu kurze Zeit, um die Serra da Estrela zu erkunden.

Rund ums Haus

Hier gibt es ein paar Eindrücke von unserem Wohnplatz. Landschaft, Pflanzen und Tiere sowie Impressionen.

Ältere historische Spuren im Alentejo

In einigen Städten gibt es noch Spuren der römischen, der maurischen oder mittelaltelichen Kultur. In Evora gibt es den Rest eines Tempels und in einigen anderen Orten gibt es Aquädukte, das größte bei Elvas (ohne Foto) aber auch in Serpa. Auch Brücken kann man hier und da noch finden. In Beja und Mertola gibt es eine mittelalterliche Burg mit römischen Wurzeln. In den Minas do São Domingo in der Nähe von Mertola wurden schon in vorrömischer Zeit Erze abgebaut.

Hier ein paar Fotos davon.

Wasser im trockenen Alentejo

Wasser ist das wertvollste Gut im Alentejo. Es gibt einige größere und mittlere Flüsse; insbesondere im Grenzgebiet zu Spanien. Man findet immer wieder kleinere Stauseen, die im Winter durch den Regen und zufließendes Wasser gefüllt werden, wie auch große Stauseen, die durch das Aufstauen der größeren Flüsse entstehen. Diese Stauseen liegen bei Sonnenschein wie blaue Saphire in der weiten Landschaft.

An den Flüssen findet man noch viele alte Getreidemühlen aus der Zeit der Salazar-Diktatur. Salazar hatte bestimmt, dass Portugal nahrungsmäßig unabhängig sein sollte. So wurde, wo es ging oder auch nicht ging, Getreide angebaut, das dann auch gemahlen werden musste. Entweder durch Windmühlen, deren Ruinen man noch überall in Portugal findet, oder halt durch die vielen Wassermühlen.

Alentejo – Blühende Felder

Im April und Mai, wenn es genug geregnet hat und die Tiere noch nicht auf den Weiden stehen, verwandelt sich die trockene Steppenlandschaft in blühende Felder. Das Interessante daran ist, dass oftmals auf großen Flächen nur eine oder zwei  Pflanzenarten blühen, sodass diese blühenden Flächen sich dann nur ein- oder zweifarbig zeigen.

Alentejo

Der Alentejo ist die größte Region von Portugal. Er beginnt nördlich der Algarve, geht bis Lissabon und über Evora hinaus im Norden bis ungefähr Pontevedra.

Der Alentejo ist im wesentlichen landwirtschaftliche Fläche und geprägt vom Großgrundbesitz. Ganz anders als an der Algarve, wo es immer Kleinbauern mit eigenem Besitz gab.

Landschaftliches Hauptmerkmal ist die Weite; abgesehen von einigen Regionen, wo es gebirgig ist. Diese Weite ist im heißen Sommer völlig trocken und im Frühjahr, vom Regen wiederbelbt, so weit das Auge reicht, blühende Flächen.

Mein kleiner Bericht ist natürlich  nicht erschöpfend; z. B. berichte ich nicht darüber, dass der Alentejo ein sehr großes Weinanbaugebiet mit guten und sehr guten Weinen ist.

Das Offroaden ist im Alentejo nur in einigen Gegenden möglich; am ehesten noch an der Grenze zu Spanien. Es liegt daran, dass all die endlosen Weideflächen eingezäunt sind.